MORO „Fläche“ 

Von 2023 bis 2025 hat der Nachbarschaftsverband in Kooperation mit dem Verband Region Rhein-Neckar an einem Modellvorhaben der Raumordnung „Regionale Steuerung der Siedlungs- und Freiraumentwicklung“ (MORO) teilgenommen.

Hintergrund des MORO ist die bundesweite Zielsetzung, die Flächeninanspruchnahme im Außenbereich deutlich zu reduzieren und gleichzeitig in großem Umfang neue Wohnungen bereitzustellen. Mit dem MORO wurden Ideen unterstützt, die zu diesem Spannungsfeld neue innovative Lösungsansätze in sich tragen.

Für das Forschungsprojekt „Flächensparender Wohnungsbau in der Metropolregion Rhein-Neckar“ haben die beiden Planungsverbände als eine von bundesweit sieben Modellregionen Fördermittel in Höhe von rund 200.000 Euro erhalten. Gemeinsames Ziel der beiden Verbände ist es, in enger Zusammenarbeit mit den Kommunen auf eine langfristig flächensparende Siedlungsentwicklung hinzuwirken und dass neue Wohngebiete in der Region zukünftig kompakter und flächeneffizienter ausgestaltet werden.

Deutschlandkarte mit markierten Modellregionen des Programms MORO Fläche, darunter die Metropolregion Rhein-Neckar

Bundesweite Darstellung der Regionen MORO
© BBSR

Beirat für flächensparendes Bauen

Das MORO umfasste insbesondere zwei Bausteine. Erster Baustein war die Einführung eines „Beirats für flächensparendes Bauen“. Ziel des Beirats ist es, die Gemeinden im Vorfeld der Entwicklung eines Wohngebietes bei der Erstellung einer flächensparenden städtebaulichen Konzeption zu unterstützen. Dabei ging es darum, in enger Kooperation mit den lokalen Vertretern aus Politik und Verwaltung Lösungen zu entwickeln, die die örtlichen Sichtweisen berücksichtigen, eine harmonische Fortentwicklung des Siedlungskörpers darstellen und dabei möglichst flächensparend sind.

Ausführliche Informationen finden Sie hier.  

Der im MORO entwickelte „Beirat für flächensparendes Bauen“ wurde durch die politischen Vertreter vor Ort als wertvolle Unterstützung angesehen. Insbesondere hat sich gezeigt, dass flächensparende Konzepte zum Wohnungsbau bei hoher städtebaulicher Qualität ortsverträglich ausgestaltet werden können. Vor diesem Hintergrund wurde in der Verbandsversammlung am 14.02.2025 beschlossen, den Beirat aufgrund der durchweg positiven Erfahrungen fortzuführen. 

Personen sprechen bei einer Veranstaltung vor Publikum über das Modellvorhaben MORO Fläche

Kick-Off Veranstaltung des MORO am 13.09.2023
© NV/Mattes

Analyse der Raum- und Siedlungsstruktur

Der zweite Baustein des MORO bezog sich auf eine flächendeckende Analyse der Raum- und Siedlungsstruktur. Diese Analyse stellt eine zentrale Grundlage für das im Nachgang zum MORO erstellte „Konzept für flächensparenden Wohnungsbau“ dar.

Sowohl der Verband Region Rhein-Neckar als auch der Nachbarschaftsverband Heidelberg–Mannheim sind gesetzlich mit der flächendeckenden Steuerung des Raum- und Siedlungsgefüges betraut. Trotz unterschiedlicher Aufgabenstellungen und Maßstabsebenen wurde von beiden Verbänden festgestellt, dass die bislang anerkannten Planungsmethoden und Beurteilungsgrundlagen der gestiegenen Komplexität der Aufgaben nicht mehr ausreichend gerecht werden. Vor diesem Hintergrund wurde mit dem MORO das Ziel verfolgt, den aktuellen Stand der Raum- und Siedlungsentwicklung differenzierter zu erfassen und die bestehenden Strukturen sowie deren Veränderungsprozesse systematischer zu analysieren.

Zentrales Ziel war es, anhand verfügbarer Daten auszuwerten und sichtbar zu machen, wie sich die bestehenden Wohnbauflächen hinsichtlich Baustruktur und Dichte darstellen, welche räumlichen Verflechtungen z.B. im Hinblick auf Verkehr und Arbeitsplatzschwerpunkte bestehen und wie sich die Dynamiken der baulichen Entwicklung in den verschiedenen Teilräumen der Region darstellen.

Für den Nachbarschaftsverband wurde die Siedlungsstrukturanalyse insbesondere im Hinblick auf die baulichen Strukturen durchgeführt. Im Kern der Betrachtungen standen zwei Aspekte: Zum einen sollten die bestehenden baulichen Dichten und Strukturen flächendeckend erfasst werden, um zukünftige Entwicklungen im Wohnungsbau jeweils auch anhand der angrenzenden Bebauung besser einordnen zu können. Zum anderen ging es um eine Einschätzung, ob und mit welcher Dynamik mit baulichen Änderungen im bestehenden Siedlungsgefüge zu rechnen ist.

Kartenausschnitt mit farblich dargestellten Wohnbaupotenzialen und Flächen im Verbandsgebiet

Analyse Wohneinheiten pro Hektar 
© NV

Der im Zuge des Forschungsprojekts vorgesehene methodische Ansatz bezog sich zunächst auf die Auswertung frei verfügbarer Datengrundlagen zur Siedlungsstruktur. Dabei ging es darum, durch Überlagerung verschiedener flächendeckend vorhandener Daten Siedlungsstrukturen zu erfassen, die miteinander vergleichbar sind und die eine einheitliche Ausprägung haben. Derzeit sind solche Auswertungen in der Regel auf die größeren Städte beschränkt, die mit eigenen Stellen zu Statistik und Geoinformation umfassende Analysen durchführen können. Im Zuge der Bearbeitung des MORO hat sich gezeigt, dass viele der frei verfügbaren Daten nach Überprüfung die tatsächlichen Siedlungsstrukturen regelmäßig nicht zutreffend abbilden, sodass einige Daten als nicht geeignet erachtet wurden, um valide fachliche Aussagen zu treffen. Hintergrund ist, dass es sich bei den meisten kleinräumig bereitgestellten Daten um rechnerisch ermittelte Daten und nicht um Primärerhebungen handelt.

Kartenausschnitt mit farblich dargestellter Bebauungsdichte und Ausnutzung von Flächen im Verbandsgebiet

Analyse Grundflächenzahl 
© NV

Nachfolgend finden sich beispielhaft datenbasiert erstellte Karten, die u.a. Aussagen über die bauliche Struktur (z.B. bauliche Dichte in Wohneinheiten je Hektar) oder die bauliche Dynamik im Siedlungsbestand (Anteil Baujahresklassen ab 2001 an Gesamtgebäudezahl) treffen. Die im Kontext des MORO gewonnenen Erkenntnisse, die für die Erstellung des Siedlungsdichtekonzeptes herangezogen wurden, sind direkt in den entsprechenden Entwurf des Konzeptes integriert worden.

 

Datenbasiert erstellte Karten

Wohneinheiten pro Hektar auf Baublockebene 

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Durchschnittliche Grundflächenzahl pro Baublock 

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Anteil Baujahresklassen ab 2001 (Zensus 2022)

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